Sichere Long-COVID-Rehabilitation 

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Sichere Long-COVID-Rehabilitation

Menschen, die mit Long COVID leben, erleben gesundheitliche Herausforderungen und Einschränkungen im Alltag, das wird als Behinderung bezeichnet. Es ist dringend weitere Forschung nötig, um die Mechanismen und Ursachen von Long COVID zu verstehen und herauszufinden, wie man die Erkrankung am besten diagnostiziert, bewältigt und behandelt.

Während sie auf Antworten aus der Forschung warten müssen, brauchen Menschen, die eine Long COVID Behinderung haben, schon heute Unterstützung und Hilfe.

Mit Rehabilitation sollen die Auswirkungen einer Erkrankung auf das Leben eines Betroffenen gemindert werden. Ziel ist es, die Funktionsfähigkeit im Alltag zu managen, aufrechtzuerhalten oder zu verbessern und eine Behinderung zu verhindern oder zu reduzieren. Die Rehabilitation muss, wie jede andere Behandlung oder Medikation, sicher und effektiv sein und darf Symptome oder Einschränkungen nicht verschlimmern. Was ist also eine sichere Long-COVID-Rehabilitation?

Rehabilitation ist nicht nur ein Aspekt und besteht nicht nur aus Bewegung. Rehabilitation ist ein breiter Begriff, der alle Aktivitäten oder Maßnahmen umfasst, mit denen eine Behinderung bewältigt werden soll, mit dem Ziel, Menschen dabei zu helfen, in ihrem Alltag möglichst selbständig zu sein. Sie soll die Teilnahme an einem erfülltem Leben ermöglichen, z. B. als Partner*in, Arbeitnehmer*in oder betreuende Person. Rehabilitation muss personenzentriert, zielorientiert und individuell an Symptome, gesundheitliche Herausforderungen und die Behinderung der Person angepasst sein. Rehabilitationsansätze müssen zudem mit dem Einverständnis der betroffenen Person, ausgewählt werden. Einige allgemeine Beispiele für Rehabilitation umfassen Aufklärung, die Bereitstellung von Hilfsmitteln und Schulung zu deren Gebrauch, Umbaumaßnahmen für ein sicheres Wohnumfeld oder zur Erhöhung der Unabhängigkeit und bei manchen Menschen Training zur Verbesserung der Bewegung und Kommunikation.

Manche Rehabilitationsansätze sind schädlich. Eine abgestufte Bewegungstherapie, eine schrittweise Steigerung der körperlichen Aktivität oder Bewegung im Laufe der Zeit unter ärztlicher Beobachtung, verschlechtert die Symptome und reduziert die Funktionsfähigkeit bei Menschen mit post-exertioneller Malaise, wie sie bei Myalgischer Enzephalomyelitis/chronischem Fatigue-Syndrom (ME/CFS) und Long COVID auftritt. Wir müssen aus dieser wichtigen Erkenntnis lernen und dürfen nicht erneut die gleichen Fehler machen. Da sich zurzeit viele Long-COVID-Forschungsstudien auf die Rehabilitation fokussieren, ist diese Erkenntnis bezüglich der Sicherheit weiterhin wichtig. Stellt man sicher, dass die Rehabilitationsforschung und -praxis sicher ist, kann dies entscheidend dafür sein, ob man eine Behinderung verschlechtert oder man hingegen Wege findet, die Behinderung zu managen, um den Betroffenen zu helfen ihre Symptome zu stabilisieren und manchmal Verbesserungen im Alltagsleben zu erreichen.

Wir wissen, dass Rehabilitation kein Heilmittel für die Ursachen von Long COVID ist. Sichere und erfolgreiche Rehabilitationsstrategien können helfen, die Symptome von Long-COVID zu bewältigen und Gesundheit, Funktion und Lebensqualität so weit wie möglich zu verbessern. Es gibt wichtige informative Dokumente von der World Physiotherapy und der Weltgesundheitsorganisation, die gemeinsam mit Long COVID Betroffenen verfasst wurden, die uns helfen können, besser zu verstehen, wie sichere und effektive Long-COVID-Rehabilitation aussieht.

Um sicherzustellen, dass sich eine Long-COVID-Rehabilitation nicht schädlich auswirkt, müssen wir von Anfang an und kontinuierlich untersuchen und überwachen ob bei Betroffenen eine post-exertionelle Malaise vorliegt und wir müssen die Botschaft der ME/CFS-Community verbreiten, die lautet: „STOPPEN. RUHEN. PACING.“ Beispiele für sichere Rehabilitation sind: Aufklärung darüber, wie wichtig therapeutische Ruhe und Schlaf sind, Schulung von Pacing-Fähigkeiten, um Aktivitäten und Energieniveaus zu steuern, Hilfe bei der Verwendung einer Pulsüberwachung, Unterstützung beim Erlernen von Aktivitätsmanagement innerhalb der individuellen Belastungsgrenzen, um Symptome zu minimieren, Wege zu finden, schnell auf Schübe oder Rückfälle zu reagieren, Bereitstellung von und Training im Umgang mit Hilfsmitteln, mit dem Ziel, die Anzahl oder Schwere von Rückfällen zu reduzieren.

Jeder Betroffene erlebt Long COVID anders, daher müssen Rehabilitationsansätze für den Umgang mit Symptomen und Einschränkungen immer personenbezogen und individuell angepasst sein. Long COVID Betroffene sind häufig selbst Expert:innen für ihre Symptome, für die Auslöser von Verschlechterungen und dafür, was ihnen Stabilität bringt. Als Experten ihrer Körper müssen Menschen, die mit Long COVID leben, eine führende Rolle in der Gesundheitsversorgung, Behandlung, Rehabilitation und der Erforschung ihrer Erkrankung spielen.

Im nächsten Video sprechen wir über Pacing.

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